Aktuelles

agfw fordert finanzielle Absicherung in der Krise

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Arbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtsverbände Lippe (agfw) nimmt die Sorgen bezüglich der Corona-Pandemie im Arbeitsfeld des sozialen Sektors sehr ernst. Wir erleben vor Ort in den umfänglichen Diensten und Einrichtungen der Wohlfahrtspflege, über alle Verbandsstrukturen hinweg, existentielle Problemlagen.

Nicht nur die Versorgung mit Schutzmaterialen ist eng, die gesamte finanzielle Absicherung des vielfältigen sozialen Sektors steht derzeit auf dem Spiel. Das Bundeskabinett hat ein milliardenschweres Hilfspaket beschlossen, die Wirtschaft steht dabei im Fokus, zu Recht. Aber auch der soziale Sektor darf nicht hinten rüber fallen.
Kredite und Bürgschaften sind keine geeigneten Überbrückungsmaßnahmen für den sozialen Sektor. Es gibt bei den gemeinnützigen Trägern der Freien Wohlfahrtspflege keine Rücklagen für Leistungseinbrüche durch verfügte Schließungen, Minderbelegungen und die Nichterbringbarkeit von vereinbarten Fachleistungskontingenten. Auch können solche Finanzierungslücken nicht durch Mehrerlöse später wieder hereingeholt werden.

Zum Wochenende soll dem wirtschaftlichen Hilfspaket ein Sozial-Schutzpaket folgen, dies nehmen wir wahr. Wir befürchten aber schon jetzt, dass dieses Paket lediglich eine Anteilsabsicherung vorsieht. Es setzt dazu zum einen die Bedingung, dass Träger und Dienste ihre Ressourcen auch für die allgemeine Bewältigung der Corona-Krise zur Verfügung stellen.

Zum anderen sind diesem Hilfspaket vorrangig zunächst Entschädigungsleistungen nach dem Infektionsschutzgesetzt und Leistungen nach den Regelungen des Kurzarbeitergeldes vorgeschaltet. Keine einfache Gemengelage also…  

Länder und vor allem auch Kommunen sind nun angehalten, diese noch sehr unsichere Absicherung der gemeinnützigen Träger zu stabilisieren. Daher fordern wir Sie als agfw auf, die Gespräche innerhalb Ihrer Kommunen zu forcieren.

Die sozialen Träger in Lippe benötigen zeitnah eine klare und eindeutige Förderzusage in voller Höhe, die sie ermächtigt, auch über die Pandemie-Zeit hinweg ihr Angebot weiter zu führen.

Eine Umfrage unter Trägern aus der Mitgliedschaft des Paritätischen zeigt ein klares Bild: „…kurzfristig lassen sich Engpässe noch abfedern…“ Auf längere Sicht ist dies den Trägern aber nicht möglich. Sollten die Einschränkungen über den 19.04.2020 hinausgehen - und damit rechnen wir - ist ein schnelles Handeln unabdingbar.

Momentan arbeiten die Dienste und Einrichtungen mit großem Engagement. Sie versuchen, die Strukturen für die Menschen in Lippe, die die Unterstützungsleistungen benötigen, so gut wie möglich mit hoher  Einsatzbereitschaft aufrecht zu erhalten.

Maßnahmen aus dem Bereich SGB II, Integrationshelfer- und Schulbegleitermaßnahmen, die Arbeit in den Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, in Pflegeeinrichtungen und in der Obdachlosen- und Drogenhilfe, in der Kinder- und Jugendbetreuung und in all den Beratungseinrichtungen hier im Lippischen Raum stoßen an Ihre Grenzen, wenn diese Krise mit einer ungesicherten Finanzierung einhergeht.

Der Kreis Lippe darf es sich nicht leisten, das soziale Gefüge der Region aufs Spiel zu setzen. Alle diese Träger, Dienst und Einrichtungen sind systemrelevant und unverzichtbar für die Aufrechterhaltung der Versorgung und des sozialen Friedens.

Unterstützen Sie die Diskussionen vor Ort in den vier Kommunen des Kreises und auf Kreisebene selbst. Politik und Verwaltung können an dieser Stelle ein Zeichen setzten und den Menschen hier vor Ort die bisher gute soziale Versorgung bewahren.

Unterstützen Sie die Mitarbeitenden in der Wohlfahrtspflege, geben sie den Trägern und Diensten ein klares Signal der Wertschätzung und ermöglichen Sie mit Ihren Entscheidungen, dass die Corona-Krise nicht auch zu einer Krise des sozialen Gefüges wird. Derzeit arbeiten die Träger und Dienste am Limit, dies immer zum Wohl derer, für die sie verantwortlich sind. Bestmöglich und mit allen zur Verfügung stehenden Ressourcen.  

Sichern Sie mit Ihrem kommunalen Beitrag die Ressourcen der Träger und Dienste!

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie gemeinsam mit uns diese Krise der Gegenwart tragen.


Mit besten Grüßen und Dank vorab

Katrin Büker
Vorsitzende agfw Lippe

Ausstellung "Kunst trotz(t) Armut"

Keramische Köpfe aus der Serie "Auf Augenhöhe"

Ausstellung Kunst trotz(t) Armut vom 12.3. bis 14.6.2020 im LWL Industriemuseum Ziegelei Lage.

Im Jahr 2020 stellt die agfw-Lippe das Thema „Armut“ in den Mittelpunkt. NRW, mit einer Armutsquote von 18,1% macht deutlich, dass Deutschland sozial ein tief zerklüftetes Land ist. Armutsvermeidung muss ein Querschnittsthema aller Politikfelder werden!

Die Ausstellung zeigt Exponate bekannter Künstler*innen, die sich in unterschiedlichen Ausdrucksformen mit  Armut, Obdachlosigkeit und sozialer Ausgrenzung beschäftigt haben. Begleitet wird die Ausstellung von weiteren Veranstaltungen. Wir wollen miteinander ins Gespräch kommen, aufmerksam machen und den Menschen am Rande der Gesellschaft ein Forum geben.
Es werden Kunstwerke von Menschen mit  Armuts- / Wohnungslosigkeitserfahrungen neben den Arbeiten namhafter Kunstschaffender präsentiert. Die Werke von Ingrid Bahß und Sigmar Polke zeigen beispielsweise den Lebensalltag wohnungsloser Menschen, daneben präsentieren die Büsten von Harald Birck die unterschiedlichsten Köpfe “auf Augenhöhe“. Der „Reso-Flipper“ von Sebastian Blei spiegelt eigene Erfahrungen des Künstlers mit Obdachlosigkeit und Ausgrenzung wieder.


Programm:

Die Eröffnungsveranstaltung ist am 12.03.2020 um 16.30 Uhr.
Kunst trotz(t) Armut - der Kurator der Ausstellung, Andreas Pitz, wird die Einführungsveranstaltung begleiten.

Am 02.04.2020 findet von 15.00 bis 17.00 Uhr ein Politikgespräch statt.
Politiker*innen, Vertreter*innen der Wohlfahrtsverbände und engagierte Bürger diskutieren über das Thema Armut in Lippe.

In drei darauffolgenden Erzähl-Cafés dreht sich alles um gesellschaftliche Lebenslagen. Die Themenschwerpunkte „Familien in Not“ (22.03.), „Schulden als Armutsfalle“ (26.04.) und „Wohnungslos ist nicht hoffnungslos“ (07.06.) ermöglichen Eindrücke in die Alltagswelten der Menschen um uns herum.

Darüber hinaus ist ein museumspädagogisches Begleitprogramm vorgesehen, welches sich an die lippischen Schulklassen richtet.

Weitere Infos:
https://www.lwl.org/industriemuseum/standorte/ziegeleimuseum-lage/sonderausstellung/kunst-trotzt-armut/
https://www.kunst-trotzt-armut.de/kuenstlerinnen.html

„Tue Gutes!“ kennt kein Roboter

Ägidius Engel spricht vor den lippischen Wohlfahrtsverbänden über Digitalisierung und Pflege.
Der Geschäftsführer des Ethikrates im Erzbistum Paderborn sieht Chancen und Grenzen.

Artikel lesen (PDF)
Lippische Landes-Zeitung vom 12. Dezember 2019

Mit freundlicher Genehmigung der LZ

Initiative "Ankommen in Lippe"

Wir erleben derzeit in Deutschland und auch im Kreis Lippe eine Phase der Einwanderung. Hier setzt die Initiative im Sinn einer kommunikativen Klammer an.

Ziel ist die Aufnahme und Integration der zu uns kommenden Menschen. Es gilt, die Potentiale der Menschen zu erkennen und den Neulippern die Teilhabe an Bildung, Arbeit und Gemeinschaft aktiv zu ermöglichen.

Mehr erfahren?
www.ankommen-in-lippe.de